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Hanne Brandt
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Plätze am Dortmunder U

Das seit der Werksverlegung wenig genutzte ehemalige Gelände der Dortmunder Union-Brauerei wurde in den vergangenen Jahren zugunsten eines vielseitigen Kulturprogramms im und um den U-Turm einer städtebaulichen Umgestaltung unterzogen. Zur besseren Anbindung an das Stadtzentrum wurde in diesem Zuge die Verkehrsführung der Brinkhoffstraße und der Rheinischen Straße verändert und die bisher an dieser Stelle oberirdische Stadtbahn in den Untergrund verlegt. Vor dem Dortmunder U entstand so eine großzügige Freifläche, die einer konsistenten landschaftsarchitektonischen Lösung bedurfte. Der Entwurf gliedert das Areal in die „Leonie Reygers-Terrasse" im Norden und den „Park der Partnerstädte“ im Südwesten. Die Terrasse übernimmt die eigentliche Erschließung des Hochhauses und bleibt zugunsten von Veranstaltungen und anderer kultureller Nutzung frei von Bepflanzungen und wird ausschließlich durch den Belag und stählerne Sitzmöblierung strukturiert. Der „Park der Partnerstädte“ fungiert als Vermittler zwischen Hauptbahnhof, City und dem Zentrum für Kunst und Kreativität und bietet attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten auf vier eingefassten Rasenflächen, die sich teils konvex, teils konkav aus dem Boden entwickeln. Junge Gleditschien und eine Bestandsplatane liefern Schutz vor dem Sonnenlicht und bilden ein natürliches Gegengewicht zu der industriellen Atmosphäre des städtebaulichen Kontextes. Bei der Herstellung der Sitz- und Stützmauern fand säurebehandelter und wasserabweisender Sichtbeton Verwendung. Die nächtliche Beleuchtung des Platzes wird von verschiedenen Leuchtentypen übernommen. Um die Bepflanzungen ordnen sich leicht gebogene Laternen mit blütenähnlichen Köpfen an, während die restliche Fläche von eleganten modularen Leuchtstelen erhellt wird. Bodenstrahler setzen einen besonderen Akzent auf das Blattwerk der Platane. Der Belag der Plätze ist nach der Gebäudeachse des Dortmunder Us ausgerichtet und setzt sich aus Ortbeton- und Granitbändern zusammen, die durch 3cm breite Edelstahlschienen voneinander abgesetzt sind. Eine feine Besenstrichstruktur rundet den Boden haptisch und optisch ab und schafft eine ansprechende Oberflächenstruktur. Bemerkenswert ist die Oberschicht der Ortbetonplatten, die aus photokatalytisch aktivem Zement besteht und so bei Sonneneinstrahlung Stickstoffoxide aus der Luft filtert. Der Werkstoff wurde in Dortmund hergestellt und soll für eine spürbare Verbesserung der Luftqualität sorgen – ein gleichermaßen innovatives wie symbolhaftes Statement einer Stadt, die für ihre lange industrielle Tradition bekannt ist und in der Vergangenheit durch Kokereien und Steinkohlebau lange Probleme mit ihrer Atemluft hatte.
 © hermanns
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Baujahr
2010
Standort
Dortmund
Deutschland

hermanns

hermanns landschaftsarchitektur/umweltplanung
Polmansstr. 10
41366 Schwalmtal
Deutschland

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