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Thomas Wolf Gotha
© Thomas Wolf Gotha
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Grüne Fuge

Wie der Name schon sagt, fügt sich die neue Freifläche als weiterer Teil in das bereits aus acht Grünanlagen bestehende „grüne U“ Stuttgarts ein und stellt in direkter landschaftlicher Nachbarschaft die Erweiterung des Höhenparks Killesberg dar. Die Grüne Fuge bildet außerdem den Auftakt für ein neues Stadtquartier, das bald den freigewordenen Platz eines ehemaligen Messegeländes einnehmen wird. Hier sollen Erweiterungen der Stuttgarter Kunstakademie, 200 Wohnungen sowie Niederlassungen von verschiedenen Unternehmen aus dem Bereich der Kreativwirtschaft entstehen. Im Zentrum des Planungskonzepts steht ein innovativer Umgang mit der Topographie des Parks und das Spiel mit den Seherwartungen seiner Besucher. Rasenkissen mit einer Höhe von bis zu 95cm überragen helle Wege, welche sich netzartig durch die Grünfläche schlängeln und schaffen so ungewohnten Blickbeziehungen: Spaziergänger sind über die Grashügel hinweg meist nur halb zu sehen und lassen den Betrachter so permanent die besondere Oberflächenstruktur neu erleben. Der gestalterische Leitgedanke erklärt sich bei einem Blick auf die Geschichte der Anlage, die früher als Steinbruch des populären „Stuttgarter Werksteins“ fungierte. Der Tagebau prägte das Gelände mit einer schroffen und entrückt anmutenden Topographie in der Farbe des roten Sandsteins, an die heute noch eine Steilwand am Rande des Areals erinnert. Heute durfte zwar Gras über die Sache wachsen, aber die Höhenunterschiede verweisen weiterhin auf die ursprüngliche Bedeutung des Quartiers. Die Zukunft Killesbergs soll nun ganz im Zeichen eines ökologischen Umgangs mit Landschaft und Natur stehen: Die kleinklimatischen Bedingungen der Rasenkissen schaffen neue Lebensräume für Flora und Fauna und die anfallenden Dachwasser der angrenzenden Bebauung werden über einen Wasserlauf in einen neu angelegten Natursee geleitet und so wieder dem Wasserkreislauf zugeführt. Der Bach begleitet einen der Hauptwege neben dem er über gepflasterte Stufen plätschert und unterstreicht so das naturnahe Flair des Parks visuell wie akustisch. In Richtung der umgebenden Wohnbebauung und der „Roten Wand“ geht die Rasenfläche in Haine über, die mit Stauden, Sträuchern, Gräsern sowie heimischen Laub- und Obstbäumen bepflanzt wurden. Die Grashügel selbst beheimaten außerdem verschiedene Arten von Wildblumen, welche das dominierende Grün je nach Jahreszeit mit farbigen Blütenteppichen ergänzen.
© Raffaella Sirtoli
© Raffaella Sirtoli
Baujahr
2012
Standort
Zukunft Killesberg
Stuttgart
Deutschland

Rainer Schmidt

Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten
Von-der-Tann-Str.7
80539 München
Deutschland

Pfrommer + Roeder

Pfrommer+Roeder Freie Landschaftsarchitekten BDLA IFLA
Humboldtstr. 6
70178 Stuttgart
Deutschland

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