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Philip Winkelmeier
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Hafenpark Frankfurt

Als perfekte Symbiose aus einem modernen, hoch frequentierten Stadtpark und einem ruhigen, natürlichen Naherholungsgebiet wird der Hafenpark genau den Anforderungen gerecht, welche ein schnelllebiger und divergenter Standort wie Frankfurt am Main an zeitgemäße Stadtplanung stellt. Beachtlich an dem Entwurf ist bereits, dass sich überhaupt eine landschaftliche Nutzung des 5 Hektar großen Geländes im Osten der Stadt gegen potenzielle Wirtschafts- oder Wohnbebauung durchsetzen konnte und sich nun in direkter Nachbarschaft des Neubaus der Europäischen Zentralbank eine weitläufige Grünfläche erstreckt. Auch das übrige städtebauliche Panorama bietet außergewöhnliche Blickbeziehungen, welche die Identität des Areals prägen und in dessen Gestaltung fortgesetzt sind. Der Park markiert den Abschluss der Grün- und Flaniermeile am Mainufer und übernimmt dessen Promenadenflair. In gleichem Maße wird durch die Linienführung und Materialität der Parkelemente auch auf die imposante Architektur der Frankfurter Skyline und der zwei angrenzenden Mainbrücken Bezug genommen und so die Persönlichkeit der Großstadt in landschaftsarchitektonische Formensprache übersetzt. Das Nutzungsangebot des Hafenparks setzt den Fokus klar auf Sportanlagen und großzügige Räume für Fitness und Bewegung. Dieser Schwerpunkt ist die Reaktion auf die vielfältig in einer Online-Umfrage geäußerten Wünsche etlicher Bürger, die fast einhellig nach dezidierten Flächen zur körperlichen Betätigung verlangten. Als Konsequenz wird die Grundstruktur des Entwurfs durch ein raumwirksames Sportband geprägt, das die Hauptsichtachse zur Skyline und zum EZB-Gebäude nachzeichnet. Quer dazu schließt sich ein Wiesenband an, das sich Richtung Main orientiert und durch schollenartig angeordnete Grünflächen Ruhezonen und natürliche Entwicklungsbereiche schafft. Während Spiel- und Fitnessbereiche eine eher vegetativ orientierte Umgebung erhielten, werden die Spielfelder von Stahl-Treillagen eingefasst und nehmen so Bezug auf die moderne Stadtarchitektur. Das Herzstück des sportlichen Angebots bildet der „concrete jungle“, der mit seinen 5.000 m² Fläche einen der größten Skateparks Europas darstellt und dessen Planung von Skatern und BMXern rege verfolgt und mit beeinflusst wurde. Die öffentliche Ausübung und der soziale Austausch der verschiedenen Sportarten untereinander macht den Hafenpark zu einem bemerkenswerten Kulturraum, der schnell zahlreiche Sportler zusammenbringen konnte und vor allem selbstorganisierten, vereinsunabhängigen Gruppen ein Forum bietet.
Baujahr
2015
Standort
Frankfurt am Main
Deutschland

sinai

sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH
Lehrer Str. 57
10557 Berlin
Deutschland

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