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Oliver Barosch, Isolde Rajek
© Oliver Barosch, Isolde Rajek
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Oase 22

Im Wiener Stadtteil Neu Stadlau entstanden auf knapp 26.000 m² Grundstücksfläche bis Mitte 2013 insgesamt 319 Wohnungen und ein geriatrisches Tageszentrum. Die als sozialer Wohnungsbau realisierte Anlage ist als Mehrgenerationen-Komplex gedacht, in dem junge Familien, Menschen im betreuten Wohnen sowie Senioren mit intensiverem Pflegebedarf neben- und miteinander leben und sich einige gemeinschaftlich nutzbare Einrichtungen teilen. Neben direkt zu einzelnen Mietelementen gehörenden Privatgärten sind die meisten Außenflächen als öffentliche Anlagen konzipiert. Durch die geschickte Aufteilung von überdachten, oberirdischen Fahrradabstellplätzen mit direktem Anschluss an das Radnetz im Innenhof sowie unterirdischen PKW-Stellplätzen steht der Großteil des Areals der freizeitlichen Nutzung zur Verfügung. So konnten unterschiedliche Zonen mit variierendem Angebot geschaffen werden, wie ein Fest- und Grillplatz im Erschließungsraum, ein zentraler Kinderund Jugend-Spielbereich inklusive Kletterwand und grünen Rückzugsorten. Letztere lassen sich vor allem in den rückwärtig gelegenen Obstgärten finden, die sich in Richtung der angrenzenden Kleingärten orientieren und durch zweigeschossige Durchgänge im Gebäudekomplex erreichbar sind. Den Anliegern stehen mietbare Gemüsebeete zur Verfügung, die bereits kurz nach der Fertigstellung vollständig vergeben und intensiv gepflegt wurden. Ergänzt wird das Angebot durch die vollständig begehbaren Flachdächer: Der „Sykwalk“ erstreckt sich über den gesamten Komplex und beherbergt ebenfalls Mieterbeete, eine Grillterrasse, eine Sommerküche, einen Kleinkinderspielraum, eine Laufstrecke sowie viele weitere Nutzungen. Die ebenerdigen Flächen können alle durch witterungsfeste Wege barrierefrei erschlossen werden, sind aber dennoch zum größeren Teil unversiegelt und gewährleisten mit wassergebundenem, baumbestandenem Belag und abgesenkten Rasenanlagen eine gute Versickerung der Oberflächenwässer. Die Grünflächen erstrecken sich vor den Erdgeschosswohnungen im Innenhof und stehen allen Mietern gleichermaßen zur Verfügung. Die Erfahrung konnte zeigen, dass die Reduzierung von begrenzenden Elementen das Gemeinschaftsgefühl deutlich gefördert hat und Landschaftsarchitektur so eine bedeutende Funktion für das soziale Gefüge der Siedlung übernehmen konnte.
 © Rajek Barosch
© Rajek Barosch
Standort
Wien
Österreich

Rajek Barosch

Rajek Bartsch Landschaftsarchitektur
hollandstraße 7/17
1020 Wien
Österreich

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